Schilderwald vor Schweinemast

Bürgerinitiative Müncheberg e.V. lässt sich nicht entmutigen

Müncheberg/Steinhöfel.

Die Gegner von Mastanlagen großen Stils in Ostbrandenburg lassen sich nicht klein kriegen. Nach Bürgerversammlungen, Demos und sogar einem „Tanz für Schweine“ wird auch gern mit Plakataktionen gegen Zucht und Tierhaltung auf engstem Raum protestiert, so wie kürzlich wieder gegen einen Schweinezüchter in Eggersdorf/Müncheberg.

Die Bürgerinitiative Müncheberg e.V. hat einen Schilderwald gegenüber dem Bau errichtet, die laut Bürgerinitiative noch Baustelle ist, in dem aber Tiere ohne Genehmigung dennoch bereits untergebracht seien. Anzeigen seien nicht nur diesbezüglich eingereicht worden, auf die allerdings die Behörden bislang nicht reagiert hätten. „Ein Baustellenschild wurde pflichtwidrig nicht aufgestellt und der Verkauf der Anlage an den holländischen Unternehmer E. Hennipmann und damit der Wechsel des für die Baustelle Verantwortlichen nicht angezeigt“, teilte die Bürgerinitiative mit.

Ob der Schilderwand jetzt noch steht, ist mehr als ungewiss. Die Bürgerinitiative: „Die im letzten Winter errichteten Schilder wurden nach einigen Stunden demoliert.“
Erst am 19. September gab es in der Müncheberger Nachbarkommune Steinhöfel (Landkreis Oder-Spree) ein Benefizkonzert der Initiative „Dörfergemeinschaft gegen die Hähnchenfabrik in Steinhöfel – Für eine lebenswerte Region“. Rockgeiger Hans die Geige und Percussionist Herman Naehring spielten in einem bis zum letzten Platz besetzten Saal gegen den Ausbau der industriellen Tierproduktion in Brandenburg.

Auf der Veranstaltung berichteten vier Initiativen aus Steinhöfel, Hohenstein/Strausberg, Eggersdorf/Müncheberg/und Heinersdorf über ihre Arbeit vor Ort. Über die Kreisgrenzen hinweg drohe sich ein Cluster an Tierfabriken zu entwickeln, mit fatalen Auswirkungen auf die gesamte Region, waren sich diese einig. – Auf ein positives Beispiel konnte die Bürgerinitiative aus Hohenstein verweisen. Diese werde beispielsweise von der Stadt Strausberg unterstützt.

„Wir fordern von der neuen Landesregierung, dem ungehinderten Ausbau der Tierfabriken in Brandenburg endlich einen Riegel vorzuschieben“, so Kerstin Hellmich, Sprecherin der Dörfergemeinschaft. Nachdem im rotgrün regierten Niedersachsen überdimensionierten Hähnchenfabriken immer mehr Barrieren in den Weg gelegt worden seien, würden sich die Betreiber nun auf Ostdeutschland stürzen, so Hellmich. Die Gewinne der Mastanlagen würden aus der Region abgeführt, Arbeitsplätze entstünden kaum, dafür Dreck, Gestank, Lärm und andere Umweltbelastungen. Die vier Initiativen wollen ihre Aktivitäten weiter vernetzen.red/fi

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