Lachen macht gesund

Lachen macht gesund

Einmal in der Woche kommen zwei Clowns in die Potsdamer Kinderklinik. Béta Caténine alias Sylvie Krause-Grégoire und ihr Kollege Mompitz begeistern nicht nur die kleinen Patienten, sondern auch Oberärztin Dr. Eva-Susanne Behl. Foto: sg

Rote Nasen Clowns auf Visite in der Potsdamer Kinderklinik

 Lachen fördert die Genesung. Diese einfache Erkenntnis ist schon lange bekannt und gilt ganz besonders bei kranken Kindern. Was könnte die Kleinen also besser aufheitern als fröhliche Clowns, die mit ihren Geschichten zum Mitlachen und Spaß haben einladen?

Die Potsdamer Kinderklinik am Klinikum Ernst von Bergmann macht sich den Einsatz der "Roten Nasen" zunutze und bietet ihren kleinen Patienten jede Woche einmal Abwechslung mit unterschiedlichen Mitgliedern des Vereins. Gerade waren Mompitz und Béta Caténine zu Besuch auf der Kinderstation. Beide sind im realen Leben ausgebildete Schauspieler und haben zahlreiche andere Engagements, Mompitz alias Moritz Berg, stand beispielsweise für den neuen Agententhriller von Steven Spielberg in Breslau vor der Kamera. Aber die Clownerie liegt ihm im Blut und die kleinen Patienten hat er ins Herz geschlossen.

Béta Caténine, eigentlich Sylvie Krause-Grégoire, Französin und "der Liebe wegen" nach Berlin gezogen, hat sich schon in Paris mit Auftritten als Clown beschäftigt und kennt die Branche noch aus einer Zeit, als es nur wenige Frauen gab, die in den bunten Kostümen auf der Bühne standen. Heute hat sich die Situation gewandelt, sagt sie, mittlerweile gibt es viele weibliche Clowns. Mit Mompitz bildet sie ein eingespieltes Team und sobald die beiden in ihre zweite Haut geschlüpft sind, begeistern sie einfach jeden mit ihrer lustigen und unkomplizierten Art. Mompitz spielt dazu Gitarre und Mundharmonika und Béta Caténine, wie könnte es als echte Pariserin anders sein, natürlich Akkordeon. Mit ihrer liebevollen Zuwendung, die sie den Patienten schenken, reißen sie für einen kurzen Moment die ganze Station mit und ziehen auch Ärzte und Schwestern in ihren Bann.

Moritz Berg und Sylvie Krause-Grégoire sind Mitglieder des Rote Nasen e.V., einer internationalen Organisation, die mittlerweile in zehn Ländern Mittel- und Osteuropas vertreten ist und in Deutschland seit zwölf Jahren Clownvisiten anbietet. Zu ihrer Schauspieler- und Clownausbildung kommen über den Verein spezielle Fortbildungen und Coachings hinzu, an denen sie in regelmäßigen Abständen teilnehmen.

In der Bundesrepublik besuchen jährlich 23 Clowns etwa 30.000 Patienten und helfen mit ihrem Improvisationstheater den Heilungsprozess voranzubringen. Dabei sind die Patienten nicht, wie in der Potsdamer Kinderklinik, immer nur Kinder und Jugendliche. Der Verein kümmert sich beispielsweise auch um Demenzkranke und tritt in Seniorenheimen auf. Während Menschen mit Demenz zwar aufgeheitert, aber nicht mehr geheilt werden können, hat die Clowntherapie bei Kindern eine echte paramedizinische Funktion. "Lachen animiert wichtige körperliche Prozesse, die das Gesundwerden fördern. Nach der Clownvisite sind die Kinder voller Energie und gehen mit ihrer Krankheit viel gestärkter um", bestätigt Professor Felix Berger vom Deutschen Herzzentrum Berlin, in dem auch viele Brandenburger Patienten operiert werden. Damit die Clowns die kleinen Patienten der Potsdamer Kinderklinik auch weiterhin aufheitern können, ist finanzielle Unterstützung nötig.