Wilke vs. Wilke

Wilke vs. Wilke

Am 18. März wählen wir, wenn wir wählen, einen Wilke. Dass es beim ersten Wahlgang keinen Kandidaten geben würde, der bei vier Mitbewerbern mehr als fünfzig Prozent der abgegebenen Wählerstimmen auf sich vereinigt, war abzusehen. Nicht abzusehen war, dass der Kandidat der Partei die Linke und der Partei Bündnis 90 / Die Grünen, René Wilke, es auf 43,4 Prozent bringt. Für Frankfurter Verhältnisse und auch in Erinnerung an die vorangegangene Oberbürgermeisterwahl ist das ein Paukenschlag, der nachhallen dürfte.

Die gestiegene Wahlbeteiligung lässt sich auf verschiedene Weise interpretieren. Es wurden mehr Menschen mobilisiert. Es sind mehr Menschen in Sorge um unsere Stadt. Es sind immer noch schmerzhaft wenige, für die es von Interesse ist, wer das Stadtoberhaupt sein wird. Steckt in dem Ergebnis von Markus Derling (CDU) und Jens-Marcel Ullrich (SPD) auch eine GroKo-Klatsche oder ist es lediglich ein Verwaltungsverriss? Entstand er aus den Aufgeregtheiten der vergangenen Wochen oder aus den vergangenen Jahren? Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke ging mit achtbarem Ergebnis aus der Wahl hervor. Es reichte, um den AfD-Kandidaten Wilko Möller auf den dritten Rang zu verweisen. Der lag im Bundestrend mit seiner Gefolgschaft.

Manche Frage wird im Kräftemessen zwischen Wilke und Wilke nicht nur beantwortet, sondern auch entschieden werden. Der eine möchte gern zu Ende führen, was er angefangen hat. Der andere sagt: Frankfurt geht besser. Entscheiden werden die Wähler.

Henry-Martin Klemt